Neue Zukunft für die Synagoge Stommeln als geschichtsreicher Kunstort
02. März 2026
Pressenews
Kathrin Lutz
Communicatio
Kunst.Kultur.Architektur
Politik beschließt neue Aufstellung des Leuchtturmprojekts
Sol LeWitt, Lawrence Weiner, Daniel Buren, Mauricio Cattelan, Rosemarie Trockel und Gregor Schneider: Sie und andere haben einzigartige Ausstellungsprojekte für das besondere Haus entwickelt. Nun steht der städtische Beschluss: Das renommierte Kunstprojekt Synagoge Stommeln der Stadt Pulheim wird fortgesetzt und die Organisation auf eine breitere Basis gestellt. Dies hat der Rat der Stadt Anfang Februar einstimmig beschlossen. Die neue Programmatik steht auf drei Beinen und soll zugleich das Haus öffnen für ein jüngeres Publikum, das die Grauen des Holocaust und der Shoa durch den Nationalsozialismus nur ‚medial vermittelt' erfahren hat. Es beinhaltet ein jährliches künstlerisches Projekt in der Synagoge, ein Diskurs- u Vortragsprogramm sowie verschiedene Performance und Interventionen über das Jahr.
Besondere Unterstützung erfährt das Projekt in Zukunft durch die „Initiative für zeitgenössische Kunst und Musik in Pulheim“ (IZKUMP) sowie durch einen Kunstbeirat. Die Mitglieder des Kunstbeirats verfügen über entsprechende Netzwerke und Kontakte in die kulturelle Szene und Förderinstitutionen, die für das Synagogenprojekt gewinnbringend eingesetzt werden sollen. Die Intendanz und die künstlerische Leitung des Projektes liegen weiterhin bei der Verwaltung.
Der neue Kunstbeirat
Der Konzeptkünstler und Professor für public art Mischa Kuball hat seine Mitarbeit bereits ebenso zugesagt wie auch Ursula Frohne, Professorin für Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt „Moderne“ an der Universität Münster, Christina Wimmer, Vorstandsmitglied der Stiftung „Der bewohnte Garten“, Karin Lingl, Geschäftsführerin der Stiftung Kunstfonds, sowie Luzia Kilias, Vorsitzende der IZKUMP.
„Ziel ist es, nicht nur die hohe Qualität der Kunstprojekte auch zukünftig zu sichern. Das Programm soll sogar erweitert werden. Um die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit dauerhaft zu steigern, soll die jährliche große Ausstellung in der Synagoge um eine künstlerische Intervention sowie ein Diskurs- und Vortragsprogramm ergänzt werden.“
Frank Keppeler, Bürgermeister der Stadt Pulheim
„Weiterdenken - und NeuDenken: Im Sinne der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen soll das Projekt Synagoge Stommeln weiter gedacht und entwickelt werden. Ziel wird sein, den Ort auch weiterhin den internationalen Künstlerinnen und Künstlern einmal im Jahr als einen ‚Denkraum‘ auf Zeit zu überlassen. Aber auch die Bindung des Projektes in der Stadtgesellschaft von Pulheim soll vertieft werden. Allein deshalb liegt die Zukunft des Projektes in der engen Zusammenarbeit der Stadt Pulheim und des Beirats.“
Mischa Kuball, Künstler und Professor KHM Köln,
Vorsitzender und Sprecher des Beirats
Das Kunstprojekt Synagoge Stommeln
Die Synagoge im Pulheimer Ortsteil Stommeln ist eine der wenigen Synagogen in Deutschland, die während der Pogrome von 1938 nicht zerstört wurden und auch der nach dem Krieg einsetzenden Abrisswelle nicht zum Opfer fielen.
Um ihrer Bedeutung gerecht zu werden und einen dauerhaften Prozess der Auseinandersetzung anzuregen, wurde 1990 unter Leitung des damaligen Kulturdezernenten Dr. Gerhard Dornseifer das Kunstprojekt Synagoge Stommeln initiiert.
Die Kulturabteilung der Stadt lädt seit 1991 einmal im Jahr einen Künstler oder eine Künstlerin ein, eine Arbeit zu realisieren, die eine enge Wechselbeziehung mit dem Raum eingeht, seine Architektur definiert und in seinem geschichtlichen Spannungsfeld definiert wird.